#sagsLandau – ein Zwischenstand zur Sommerpause.

unser letzter Tag im Park in diesem Juni…

…diesmal im Odeonpark im 2. Bezirk. Wir kommen gleichzeitig mit einer Kasperlvorstellung der Parkbetreuung – besser geht’s nicht 😉

…wieder so viele, die unterstützen, Dimi, Uschi, Sabine, Gerhard, Robert, Fabian,… eine großartige Gruppe, der ich heute noch einmal Danke! sagen möchte.

 

Kurzprotokolle:

  • Frau mit Kind im KG beginnt ein Gespräch großartig(!): „Eine Frechheit, egal was wir in der Gesellschaft weiter bringen, es ist noch immer vor allem die Frau, die sich für die Kindererziehung optimieren muss“. Es wird ein wirklich gutes Gespräch über Kinder, Bildung, Kindergarten und Schule…
  • …eine andere Mutter mengt sich ein: „Überhaupt, Erziehung muss entlohnt werden, Unternehmen wären mehr in die Pflicht zu nehmen und ab einer gewissen Größe müsse dann jeder Betrieb einen Kindergarten anbieten.“ Wir sind uns da alle drei einig.
  • Ich werde um Ratschläge um eine private Volksschule in der Nähe ersucht. Die Mutter unterliegt einem Irrtum. Sie meint, dort gäbe es „andere“ Lehrer_innen. Dass auch diese (im Falle der konfessionellen Schulen jedenfalls) vom Stadtschulrat gestellt werden, überrascht sie. Mein Hinweis (gebe ich meist bei Fragen um die „richtige“ Schule): Nehmen sie bitte ihr Kind an der Hand und gehen sie gemeinsam in die Schule, nicht am Tag der offenen Tür. Sagen sie in der Direktion Bescheid. Und dann „spüren“ sie, wie es sich anfühlt. Ein Tipp, der bisher praktisch immer funktioniert hat.

 

Der Rückblick und zugleich ein Ausblick

Ich fühle mich unverändert wohl bei den Menschen, es fühlt sich irgendwie „richtig“ an. Es tut gut, ihnen zuzuhören. Man spürt, wie zentral wichtig in den Familien Kindergarten und Schule ist. Zugleich merkt man auch, dass die Anliegen zwar unterschiedlich sind, aber in ihrer Grundsorge natürlich sehr ähnlich. Es geht um das beste für das eigene Kind. Bei einigen spürt man auch – vor allem, wenn es ihnen selber besser geht, dann geht es oft auch um das Kindeswohl, um jedes(!) Kind.

Das ist ein Punkt der mich lange schon besonders beschäftigt. Wie kommen wir von der subjektiven Bedeutung für die Einzelnen dazu, das System möglichst für alle Beteiligten – jedenfalls aber zumindest für alle Kinder und jungen Menschen – zu verbessern? Was setzt Menschen in die Lage, auch solidarische Überlegungen in ihr Tun einzubeziehen? Wenn man so will: wie kommen wir hier vom „ich“ ins „du“ und weiter ins „wir“? Ein Punkt, der mich, hoffentlich alle in der Bildungspolitik, wohl noch länger beschäftigen wird.

Eines fiel mir in nahezu allen Parks auf. Ich wurde von Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen, sozialem Umfeld, auch offenkundig verschiedensten Wahlverhalten, angesprochen. Besonders spannend fand und finde ich es dabei, wenn es Menschen waren und sind, die sich selber als der F nahe stehend deklarieren. Gerade Bildung scheint mir im Kontext ein wichtiges Thema. Schule, die nicht sozial durchlässiger wird, steht meines Erachtens gerade den Kindern vieler dieser Menschen im Wege. Dies heißt auch, dass das Festhalten an einer trennenden Schule, wie dies in Österreich beharrlich passiert, für gerade diese Eltern und ihre Kindern zum großen Nachteil gereicht. Interessanter weise sahen das sehr viele von ihnen wie ich. Einige der Mütter und Väter sagten: „wegen der Bildungspolitik wähle ich die F jedenfalls sicher nicht.“

Mir geht es im wahrsten Sinne um jedes Kind. Dafür stehe ich. Das heißt auch eine Bildungspolitik für alle, egal welcher sozialen Herkunft, unabhängig von den Ausprägungen der unterschiedlichsten Talente. Dennoch, Schule hat für mich immer auch etwas „kompensatorisches“. So gesehen verdienen gerade diese vielen, denen ich in den letzten Wochen begegnen durfte die besondere Aufmerksamkeit. Weil sie es oftmals eben nicht selber können. Ihr Kind zu unterstützen, es für ein besseres morgen erfolgreich vorzubereiten. Und weil sie Angst haben, dass es ihnen und ihren Kindern in Zukunft nicht mehr gut gehen könnte. Ja, gerade ihnen zuzuhören, für sie Angebote zu schaffen, das ist mir besonders wichtig! Ich denke und meine, muss uns allen besonders wichtig sein…

 

Abschließend: Ich freue mich natürlich auf einen schönen Sommer, wo es sicher auch ein paar gute Tage des völligen Nichtstun, der Erholung geben wird. Aber fast noch mehr freue ich mich jetzt schon auf viele weitere gute Gespräche im September, wenn wir wieder in Parks gehen und Kaffee ausschenken. Wenn ich bei #sagsLandau wieder zuhören darf 🙂

Jetzt schon – DANKE!

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